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Rechtsfragen beim Coaching

Welche Fehler eines Coaches haben welche rechtlichen Konsequenzen?
Einige der folgenden Punkte sind insbesondere im Kontext des Team-Coachings praxisrelevant, andere sind gleichermaßen auf Einzel-Coaching zu übertragen:

Der Coaching-Vertrag als Dienstleistungsvertrag

Nach § 611 Abs. 2 BGB können Dienste jeder Art Gegenstand des Dienstleistungsvertrages sein, so auch Coaching und Team-Coaching. Ansprüche samt Voraussetzungen für Schadensersatz sind in den §§ 280 ff und 832 ff. BGB geregelt, Kündigungen in den §§ 620 ff. BGB.

Vom Dienstvertrag zum Werksvertrag

Wenn der Coach dem Auftraggeber einen Erfolg schuldet, indem er eine Erfolgsgarantie abgibt (z.B. „Durch das Coaching wird Ihr Team wieder in die Spur kommen, und das Mobbing wird aufhören“), wandelt er den Dienstleistungsvertrag in einen Werkvertrag um (§ 631 BGB) um.
Falls ein Coach einen Ratschlag erteilt (ethische Richtlinien verhindern das weitgehend; das Thema wird allerdings wild diskutiert, und feste Regeln gibt es NICHT), haftet er u.U. für Schlecht- oder Falschberatung nach §§ 280 ff BGB und §§ 823 ff. BGB.

Anmerkung:
Die Autorin verzichtet IMMER auf Ratschläge; sie zieht es vor, in einer verfahrenen Situation des Klienten von ähnlichen Kanzleisituationen und deren Lösungen zu berichten. Dadurch vermitteln sich in der Regel ausreichend neue Denkansätze für den Klienten.

Verboten: Die Arbeit mit psychisch Erkrankten

§ 5 HeilprG stellt die unerlaubte Heilkundeausübung unter Strafe.
Dabei kommt es nicht auf die tatsächliche Gefährdung oder Schädigung der Gesundheit an.
Es reicht, wenn der Coach im Laufe des Prozesses mit einem einzelnen betroffenen Klienten individuell an einer psychischen Krankheit arbeitet.

Betrug

Wenn ein Coach sich rechtswidrig einen Vermögensvorteil durch falsche Tatsachen verschafft oder den Klienten bewusst zu einem Irrtum verleitet, könnte er wegen Betrugs nach § 262 StGB angezeigt werden.
Anzeigen hat es schon gegeben, wenn ein Coach stundenlange Einzelgespräche führt und berechnet, um die rechtlich notwendige Einwilligung jedes Einzelnen Teilnehmers an einem Teamcoaching zu erwirtschaften. Auch wenn ein Coach seine extensive Selbstvorstellung in der bezahlten Zeit vornimmt oder dem nicht fachkundigen Auftraggeber ein unnötig großes Volumen an Arbeit und Honorar verkauft, könnte er wegen Betrugs angezeigt werden.

  • Betrug im StGB
    Wortlaut § 262 StGB: „Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

Wucher

Wenn eine deutlich überhöhte Gegenleistung unter Ausnutzung einer Schwächesituation, einer Unerfahrenheit, eines mangelnden Urteilsvermögens oder einer erheblichen Willensschwäche des Klienten vereinbart wurde, kann der Vertrag gemäß § 138 Abs. 2 BGB nichtig sein. Wuchergeschäfte sind sittenwidrig.

Schweigepflicht und Datenschutz

Einzelgespräche mit Mitarbeitern oder mit gleichrangigen Partnern der Kanzlei können in einem Teamcoaching sinnvoll sein.
Wenn der Coach jedoch dem Auftraggeber über daraus gewonnene Erkenntnisse ohne Einwilligung der betroffenen Person berichtet, ist dies nicht nur ein Vertrauensbruch, sondern auch eine Verletzung der Schweigepflicht-Vereinbarung.
Falls es eine solche nicht gibt, würden ggfs. Rechtsfolgen aufgrund der Umstände des Einzelfalls nach §§ 133, 157 BGB bewertet.
Außerdem kommen hier Verletzungen des Datenschutzes in Betracht: Art. 6 DSGVO listet Bedingungen für die Rechtmäßigkeit der der Verarbeitung von personenbezogenen Daten auf, und Art. 7 DSGVO nennt die Bedingungen der Einwilligung.

  • Schadensersatz und Schmerzensgeld
    Aus Art. 82 DSGVO ergeben sich Haftung sowie Recht auf Schadensersatz und Schmerzensgeld.

Angebote für Anwälte auf www.anwalts-akquise.de:

Kanzlei- und Anwaltscoaching seit 30 Jahren

Ich begleite Anwälte als Einzelpersonen und in Teams bei schwierigen Themen.
Ziel ist immer die Lösung individueller, strategischer und motivationsrelevanter Themen im Arbeitsalltag.
Mit einem Seminar oder einer Beratung hat ein Coaching nichts zu tun.

Informationen über mich


Johanna Busmann, Hamburg
30 Jahre Anwaltstraining, Strategieberatung und Kanzleicoaching

Kosten für Coaching

In fast allen Fällen ist ein Coaching in der „Erstanschaffung“ teurer als ein Seminar.

Tag:
2400 Euro + Reise + MWSt. + Übernachtung
(wird Einzelpersonen nicht gewährt)

Stunde
280 € + MWSt. + Reise + ggfs. Übernachtung.

Anamnesegespräch
Das Anamnesegespräch ist bei mir immer kostenfrei: 3o min am Telefon
Danach gebe ich eine Einschätzung von Methode, Weg, Dauer und Ergebnis.

Ort, Organisation, Technik

Wird im Briefing mitgeteilt.
Zerstrittene Teams begleite ich nur an neutralem Ort. Auch in manch anderem Fall empfiehlt sich der Rückzug in ein Waldhotel.

Telefoncoaching
In Ausnahmefällen ist ein Telefoncoaching möglich.

Video-Coaching
Über „Teams“ oder andere Systeme möglich.

Sparringspartner
Live-Coaching einer Einzelperson braucht manchmal einen vertrauten Feedbackpartner ohne private oder enge Bindung an den Klienten. Dieser wird in das Coaching eingebunden.

busmann training®

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