Lob, Anerkennung oder Wertschätzung?
Die Begriffe Lob, Anerkennung und Wertschätzung werden synonym verwendet.
Das ist nicht nur semantisch falsch, sondern verhindert auch gezielte Motivationsmaßnahmen.
Dieser Blogbeitrag ordnet.
Die Begriffe Lob, Anerkennung und Wertschätzung werden synonym verwendet.
Das ist nicht nur semantisch falsch, sondern verhindert auch gezielte Motivationsmaßnahmen.
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Selbstverständlich. Jedes Lob, jede Kritik, jede Frage, jedes Schweigen, jedes Abbrechen eines Satzes vor dem ersten Akkusativobjekt , jedes Wort und jede Geste ist Manipulation , denn: “Man kann nicht nicht kommunizieren“ (Paul Watzlawick) .
Wer diese Erkenntnis allerdings in der Kanzlei für negativ hält und folgerichtig “Fremdsteuerung und Manipulation“ befürchtet durch ein systematisches, regelmäßiges und ehrliches Lob, hat wohl schlechte Erfahrungen mit Mitarbeiterführung und Feedback gemacht.
Mehr zur Abgrenzung dieser drei Motivations-Skills:

Auch wenn die Gründe dafür im Einzelfall irrelevant sind, tauchen sie in einem Coaching häufig auf: “Nicht geschimpft ist gelobt genug”.
Dieser Spruch ist selbstgefällig, deutet auf eine egozentrische Selbstwahrnehmung des Sprechers und soll wohl auch das “Wegschauen” einer anwaltlichen Führungskraft (die Führung niemals gelernt hat) rechtfertigen.
Anwaltliche Glaubenssätze über Führung
Anwälte gehen gern und gefährlich lange den bequemen Weg, eigene Unkenntnisse, Unfähigkeiten oder den eigenen Unwillen zu externalisieren.
Das heißt: Andere müssen es ausbaden.
So entsteht die irre Vorstelung eines anwaltlichen Vorgesetzten, jeder Mitarbeiter
Ein Anwalt, der so über seine Führungsrolle denkt,
Zu viel Lob jedoch, Lob an der falschen Stelle oder Lob mit überschwänglichem Vokabular (“Wenn wir dich nicht hätten” – nach der Erledigung von Kleinigkeiten) wirkt unsicher und ironisch.
Es suggeriert erstmals die Möglichkeit des Scheiterns: Fluggäste, die dem Piloten für die geglückte Landung applaudieren, lösen veritable Flugangst bei ihren Sitznachbarn aus, denn die merken erst durch den Applaus: “Das Flugzeug hätte ja auch abstürzen können”.
Lobeshymnen verursachen Misstrauen
Hinter ungebremsten Lobesarien steckt häufig genug der “Generalverdacht, Arbeitnehmer seien von Natur aus faul, und wenn man ihnen nicht ab und an eine Karotte vor die Nase hält, bewegen sie sich nicht. Also muss man sie immer wieder belohnen, bestechen oder bestrafen – alles klassische Indizien einer Misstrauenskultur“.
Extrinsische Motivation kommt von außen, intrinsische von innen.
Der Anwalt, der sich drei Nächte hintereinander ins Internationale Transportrecht einarbeitert, weil er sich unsterblich in komplexe Zollkuriositäten verknallt hat, ist intrinsisch motiviert: Er kriegt keine Gehaltserhöhung oder ein paar freie Tage spendiert und macht das trotzdem.
Ein anderer Anwalt heuert bei seinem ersten Arbeitgeber nur wegen des Einstiegsgehalts und wegen der Fälle für den Fachanwaltstitel an. Spaß macht ihm das dort nicht und Gesellschaftsrecht ist überhaupt nicht seine Welt; er träumt von der Luftfahrt und deren Rechtsstreitigkeiten. Er bezeichnet sein Einchecken in seine erste Kanzlei als “Sicherheitsseil” für später.
Die Unterschiede zwischen beiden Motivationsarten hier im Überblick:

Wenn sich intrinsische und extrinsische Motivation eines Mitarbeiters überschneiden, hat die Kanzlei Nachteile, obwohl “eine Motivation mehr” vorliegt.
Die günstigste Kombination der beiden Motivationsarten liegt in diesem Fall vor: Ein angestellter Anwalt betrachtet seine Arbeit als sinnvoll und führt sie mit Freude durch (intrinsische Motivation). Sein Gehalt empfindet er als angemessen und ausreichend für seinen Lebensunterhalt (extrinsische Motivation).
Jetzt führt die Kanzlei allerdings ein Bonussystem ein, das die persönliche Leistung der Angestellten stärker belohnen soll.
Von diesem Moment an tritt der Spaß an der Sache in den Hintergrund zugunsten von Aufgaben, die einem konkreten Geschäftsziel dienen und Bestandteil des Bonussystems sind:
Die ursprünglich vorhandene, intrinsische Motivation des Mitarbeiters wird durch die extrinsische Motivation verdrängt.

Motivation durch mehr Geld?
„Geld allein macht nicht glücklich, aber es ist besser, in einem Taxi zu weinen als in der Straßenbahn“ : Dass Geld nicht glücklich macht, wenn man es zuvor nicht schon ist, gilt inzwischen als Binsenweisheit. Besonders jenseits eines Jahreseinkommens von 60.000 Euro netto erweitert mehr Geld zwar finanzielle Spielräume, glücklicher aber macht es nicht.

Chefsache Anwaltscoaching
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Johanna Busmann, Hamburg
36 Jahre Anwaltstraining, Strategieberatung und Kanzleicoaching – Details
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